Halle im Ersten Weltkrieg

Text: Martin Schramme | zuletzt aktualisiert am 21.09.2014

Auch an Halle (Saale) ging der Erste Weltkrieg (1. August 1914 bis 11. November 1918) nicht spurlos vorbei, wenngleich die Fronten weit weg waren. Die Stadt war anders als später im Zweiten Weltkrieg nicht Opfer von Luftangriffen und Ort von Kampfhandlungen, jedoch von kriegsbedingten Verfügungen und Einschränkungen betroffen und mit Soldaten, einem Militärflughafen in Mötzlich, Rüstungsbetrieben, Rekruten, gefallenen Soldaten, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen umfänglich beteiligt. Umfangreiche Belege dafür liegen dem Stadtarchiv Halle vor. Den 100. Jahrestag des Beginns des 1. Weltkrieges am 1. August 1914 zum Anlass nehmend zeigt das Stadtarchiv einige seiner Archivalien aus jener Zeit.

Bilder zum 1. Weltkrieg in Halle an der Saale


Der Sozialdemokratische Verein fuer Halle und den Saalkreis ruft zum Protest gegen den Krieg auf; drei Versammlungen im Volkspark zu Halle Saale. | Repro: Martin Schramme, 2014 General-Anzeiger in Halle titelt Die Kriegszeitung des General-Anzeigers titelt "Siege über Russen". | Repro: Martin Schramme, 2014 Hallescher Tabaktag | Repro: Martin Schramme, 2014 Repro: Martin Schramme, 2014 Repro: Martin Schramme, 2014 Brot-Marken | Repro: Martin Schramme, 2014 Nationaler Frauendienst | Repro: Martin Schramme, 2014 Zuckermarke | Repro: Martin Schramme, 2014 Hallesche Zeitung 1914 | Repro: Martin Schramme, 2014 Edelmetall-Sammlung | Repro: Martin Schramme, 2014

(Repros: Martin Schramme, Bilder gezeigt in der Schau "Papierkrieg" im Stadtarchiv Halle)

Abschriften wichtiger Dokumente

Flugblatt

Mitbürger! Gewerbetreibende! Angestellte! Arbeiter!
DER KRIEG IST DA!

Schon sind die ersten Schüsse gefallen! Schon dröhnen die Kanonen! Das größte Verbrechen an der Menschheit und der Kultur hat seinen Anfang genommen. Die gewissenlose Clique, welche die Regierung in Oesterreich beeinflußt, hat ihr Ziel erreicht. Das Morden der Vöker hat begonnen; die unschuldigen Massen der Völker müssen für den Wahnsinn einiger weniger Herrenmenschen bluten und andere Staaten liegen eifersüchtig auf der Lauer, ob sie nicht hierbei im Trüben fischen können. Welche Aufgabe erwächst in dieser Lage dem deutschen Volke, dem deutschen Proletariat? Noch haben Rußland und das Deutsche Reich in den Streit sich nicht eingemischt; doch ist es Zeit, daß das deutsche Volk seine Stimme erhebt und verlangt, daß der Krieg zwischen Oesterreich und Serbien lokalisiert bleibt, daß das Deutsche Reich sich in den Streit nicht einmischt. Die Balkankriege haben schon zwei Jahre lang das wirtschaftliche Leben niedergedrückt und das Volk ist es, das die Folgen - die wirtschaftliche Krise - mit brutaler Gewalt am eigenen Leibe zu spüren hatte.

Soll das Elend, verschärft durch den Krieg, die Massen zur Verzweiflung treiben?
Verfolgen die Herrschenden dieses Ziel?

In den nächsten Tagen werden im ganzen Reiche Protestversammlungen stattfinden.

Hallische Allgemeine Zeitung

Stadt-Anzeiger, Amtliches Verordnungsblatt des Magistrats der Stadt Halle
Druck und Verlag Otto Hendel in Halle a.S.

Bekanntmachung. Ausländer.

Mit Bezug auf die Bekanntmachung vom 4. August 1914 werden diejenigen männlichen und weiblichen Ausländer, die sich noch nicht bei der hiesigen Polizeiverwaltung gemeldet und hierüber einen Ausweis erhalten haben sollten, aufgefordert, dies umgehend nachzuholen. Sonst haben sie ihre Festnahme und strenge Bestrafung zu gewärtigen. Sie haben sich im Zimmer 74 des Polizeiverwaltungsgebäudes, Dreyhauptstraße 6, zu melden. Vorhandene Ausweispapiere sind mitzubringen. Gleichzeitig werden alle Ausländer dringend davor gewarnt, sich Eisenbahn-, Telegraphen- und Fernsprechanlagen zu nähern.

Halle (Saale), den 13. August 1914.
Die Polizei-Verwaltung.

General-Anzeiger für Halle und die Provinz Sachsen

Anzeige vom Montag, 7. Dezember 1914
Was der Soldat im Felde braucht!
Warme Speisen oder Getränke, diese sind schnell herzustellen mit unserem Feldheizer (10 Pf.), welcher klein und leicht ist und jeder Feldbriefsendung beigefügt werden kann, mit oder ohne Kocher zu verwenden. Hosenträger werden schon vielfach verbraucht sein und müssen jetzt erneuert werden. Gute Dauer-Hosenträger mit auswechselbaren Strippen von 1,65 bis 3,50 Mk. "Papier hält warm", deshalb sind Leibbinden (25 Pf.), Kopfschützer (35 Pf.), Fußschlüpfer (25 Pf.), aus Patent-Krep-Papier sehr zu empfehlen. Sie sind billig und leicht und können daher jeder Briefsendung beigefügt werden. Ein guter Kognak ist die wahre Medizin, schreibt ein Krieger. Dazu empfehlen wir unsere bruchsicheren Flaschen von 25 Pf. bis 1,50 Mk. Die Tabakspfeife ist und bleibt der Trost der Krieger in den kurz bemessenen Ruhestunden. Gute Pfeifen zu 0,45, 9,75, 0,85, 1,- und 1,50 Mk., Tabaksbeutel dazu von 60 Pf. an. Einen Ofen in der Tasche müßte jeder Soldat im Freien haben. Unsere Militäröfchen mit Glühstoff heizen vorzüglich, sind sauber, geruch- und gefahrlos, Preis mit 10 Glühstoffpatronen 1,50. Vergessen Sie elektrische Batterien für Taschenlampen nicht.

C.F. Ritter, Halle a.S., Leipzigerstraße 90

Bekanntmachung.

Auf Grund der Bekanntmachung über die Einrichtung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. September 1915 und November 1915 R.G.B. 607 und 728 wird folgendes angeordnet:
I. Vom Zeitpunkt der Wirksamkeit dieser Verordnung dürfen bis auf weiteres in einem Haushalt wöchentlich nicht mehr als zwei Zentner Kohlen (einschließlich Koks, Briketts) verbraucht werden. So lange ein Haushalt Kohlenvorräte für mehr als eine Woche besitzt, ist ihm der weitere Ankauf von Kohle verboten.
II. Kohlenhändler dürfen an einen Haushalt auf einmal nicht mehr als höchstens einen Zentner verkaufen. Der Verkauf ist nur gegen Vorlage des Lebensmittelscheines zulässig. Der Verkäufer hat auf der Vorderseite des Lebensmittelscheines den Verkauf mit Tinte oder angefeuchtetem Tintenstift in der Weise anzumerken, daß neben das Wort Kohle der Tag des Verkaufs und der verkauften Menge geschrieben wird.
III. Der Verbrauch von Kohle in allen öffentlichen Gebäuden, Geschäftshäusern, Gasthäusern und in allen Anstalten ist auf das notwendigste Maße zu beschränken. Der Bezug von Kohle seitens dieser Verbraucher darf nur auf Grund eines vom städtischen Hochbauamt ausgestellten Bezugsscheines erfolgen, ohne Vorlage eines solchen dürfen Groß- und Kleinhändler an dieselben keine Kohlen abgeben.
IV. Zur Feststellung der vorhandenen Kohlenvorräte wird der Magistrat durch Beauftragte von Zeit zu Zeit eine Besichtigung der Räume, in denen Kohlen gelagert zu werden pflegen, vornehmen. Den Beauftragten des Magistrats ist der Zutritt zu diesen Räumen zu gewähren und auf deren Anfragen wahrheitsgemäß Auskunft zu erteilen.
V. Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. bestraft.
VI. Die Verordnung tritt mit der Kundmachung in Wirksamkeit.

Der Magistrat, Halle, den 10. Februar 1917
Erste Hallesche Plakat-Druckerei Paul Schwarz, Halle a.S.

hallesche Kriegschronik

1914

28. Juli: Der Sozialdemokratische Verein für Halle und den Saalkreis hält im Volkspark an der Burgstraße drei Volksversammlungen zum Protest gegen den drohenden Krieg ab. Referenten sind die Reichstagsabgeordneten Fritz Kunert (Berlin), Adolf Albrecht (Halle) und der Stadtverordnete Paul Hennig (Halle).

1. August: Der General-Anzeiger verkündet in einem Extrablatt unter der Überschrift "Deutschland macht mobil!", dass der Kaiser die Mobilmachung des gesamten deutschen Heeres und der Marine zum 2. August befohlen hat. Man lege wert darauf, dass "mit der Mobilmachung der Krieg noch nicht eröffnet ist".

2. August: Die "Hallesche Zeitung" (Druck: Otto Thiele) bringt am späten Nachmittag eine Sonderausgabe mit drei Schlagzeilen: Die Russen überschritten die deutsche Grenze in vielen Fällen, Russische Offiziere und Agenten als Spione in Deutschland, Russische Plänkeleien.

3. August: Die "Hallesche Zeitung" (Druck: Otto Thiele) bringt am Abend eine Sonderausgabe mit der Schlagzeile "Die schärfsten Exekutions-Maßregeln". Demnach hat der Kaiser angeordnet, Anschläge auf die Eisenbahn streng zu ahnden. Im Hof der Aktienbrauerei sammeln sich Halles ersten wehrfähigen, um für das Vaterland in den Krieg zu ziehen.

16. August: Infanteristen aus Halle ziehen als Ersatzbataillon ins Feld.

20. August: In der Schlacht bei Lothringen erleben die Hallenser ihr erstes hartes Gefecht. Später sollten sie bei Ypern und an der Maas zum Einsatz kommen.

27. August: Am Dom zu Halle geloben Kriegesfreiwillige Kaisertreue bis in den Tod.

16. Oktober: An der Alten Promenade öffnet das neue Kino "Astoria Lichtspielhaus" (in der DDR in "Urania 70" umbenannt) mit rund 1000 Sitzen. 1913 erhielt der hallesche Architekt Paul Grempler den Auftrag, entsprechende Entwürfe zu erarbeiten. Betreiber ist die Bremer Lichtspielhausgesellschaft (1925 übernimmt die Ufa). Gezeigt wurden unter anderem die neuesten Bilder von den Kriegsschauplätzen.

Der Gertraudenfriedhof wird fertiggestellt. Den Entwurf lieferte Stadtbaurat Wilhelm Jost (1874-1944).

1915

1. März: Der Verein der Fortschrittlichen Volkspartei Halle a.S. veranstaltet in den Thalia-Sälen einen öffentlichen Kriegsvortrag, "welcher sich mit der augenblicklich wichtigsten Frage", der Volksernährung im Kriege befasst.

14. März: Krieger-Familienversammlung in den Thalia-Sälen, den Hauptvortrag mit dem Titel "Unser Kampf hinter der Front" hält Pastor Meinhof, der Eintritt ist frei

1. Juli: Der Architekt Paul Thiersch (1879-1928) wird als Direktor der Handwerkerschule der Stadt Halle (Kunsthochschule) berufen, um die Schule zu reformieren.

6. September: Kriegsbedingt werden bei Halles Straßenbahn erstmals Schaffnerinnen eingestellt.

Der Maler und Grafiker Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) zeichnet das Bild "Der rote Turm in Halle". Zu Beginn des Ersten Weltkrieges hatte er sich als Freiwilliger gemeldet und war als Fahrer bei einem Artillerieregiment untergekommen. Seit dem Fr¨hjahr 1915 war er Rekrut in Halle. Den Drill ertrug er jedoch nur wenige Monate. Nach einem Nervenzusammenbruch ließ er sich Anfang November beurlauben und driftete in eine Medikamentanabhängigkeit ab.

1916

16. Februar: Das in den Jahren 1913 bis 1915 nach den Plänen von Wilhelm Jost errichtete Stadtbad wird feierlich übergeben.

Der in Hamburg geborene Bildhauer und Medailleur Gustav Weidanz (1889-1970) kommt von Berlin nach Halle, um die die frisch gegründete Fachklasse für Plastik an der Handwerkerschule Halle zu leiten.

Felix Graf Luckner nimmt als Artillerieoffizier an der Skagerrakschlacht teil. Im selben Jahr übernimmt er das zum Hilfskreuzer umgebaute Segelschiff "Seeadler" - ein schottisches Schiff, das 1915 als PASS OF BALMAHA unter US-Flagge fahrend vom deutschen U-Boot U36 aufgebracht wurde - und geht auf Kaperfahrt in Atlantik und Pazifik. 14 Schiffe, wird er später berichten, hat er versenkt und dabei das Leben der Gegner geschont.

Weil sich der 1857 eröffnete Sophienhafen in Halles Stadtzentrum an der Saale nicht eignet, um den gewachsenen Waren- und Güterumschlag abzuwickeln, wird der Bau eines neuen Hafens in Trotha geplant. Konkrete Pläne dazu lagen allerdings erst 1919 vor.

28. Oktober: Der in Giebichenstein (heute Halle) geborene Oswald Boelcke (1891-1916), einer der bekanntesten deutschen Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, stirbt in Pas-de-Calais (Frankreich) in Folge des Absturzes seiner Maschine. Nach einer Kollision mit dem Flugzeug von Erwin Böhme ist sein Flugzeug mit einer halb gerissenen Tragfläche ins Trudeln geraten. Boelcke hinterließ der Nachwelt die Dicta Boelcke, acht Prinzipien der Luftkampftaktik.

1917

6. Februar: Julius Bernstein (1839-1917), Physiologe und Geheimer Medizinalrat, ist tot. 1881 hatte er das Institut für Physiologe an der Universität Halle gegründet.

10. Februar: Der Magistrat der Stadt Halle verfügt, dass Haushalte wöchentlich nicht mehr als zwei Zentner Kohle (100 Kilogramm) verbrauchen dürfen.

2. März: In Halles Straßenbahn kommen Frauen erstmals auch als Triebwagenführer zum Einsatz.

1. April: Die Stadt Halle (Saale) kauft die Stadtbahn der AEG für 4,9 Millionen Goldmark.

Die Professorenschaft der halleschen Friedrichs-Universität feiert den 100. Jahrestag der Zusammenlagung von Halle und Wittenberg.

8. Juli: Die Reichskonferenz der sozialistischen Jugend in Halle (Saale) beschließt "Leitsätze für die sozialistische Jugendbewegung".

15. August: In der Turmstraße beginnen Arbeiter unter der Führung der USPD den Antikriegsstreik in Mitteldeutschland.

23. August: Der Unternehmer Victor Lwowski (1841-1917) ist tot. Er hatte 1872 in Halle die Victor Lwowski Maschinenfabrik und Eisengießerei gegründet. Er war Initiator der Gewerbe- und Industrieausstellung 1881 in Halle, die zu dem Zeitpunkt eine der ersten und relevantesten Ausstellungen dieser Art in Deutschland war. 16 Jahre lang war er Stadtverordneter, zudem war er unter anderem Aufsichtsratsmitglied der Cröllwitzer Papierfabrik. Ab 1890 war er zudem im Vorstand des Verbandes Deutscher Ingenieure (VDI).

Der Staat kassiert die Bronze-Glocken der Pauluskirche, um das Metall der Rüstungsindustrie zuzuführen.

Ein Unternehmer stiftet Geld, von dem die Stadt 1917 am Kirchtor ein Haus erwirbt und Bürgermeister Richard Robert Rive eine Dienstwohnung einrichtet. Im selben Jahr ist Rive der rechtsradikale Deutschen Vaterlandspartei beigetreten, in der er bis zum Kriegsende 1918 verbleibt.

Die "Seeadler" geht in der Südsee vor Mopelia verlustig. Luckner rettet sich mit dem Beiboot Kronprinzessin Cecilie und fällt Neuseeländern in die Hände. Nach der Flucht aus dem Gefangenenlager Motohui (Neuseeland) kapert Luckner den Küstensegler "Moa", wird aber schon bald erneut gefangen genommen.

Der VfL Halle 96 wird Meister des Saalegaus und Mitteldeutscher Meister.

1918

Gustav Wiedanz bringt eine Eisengussmedaille heraus mit einem Soldat, der nach rechts und links schauend breitbeinig dasteht und seinen Säbel zieht. Am Rand steht "1914-1918 Dank der Stadt Halle". Auf der Rückseite befindet ist der Rote Turm abgebildet und am Rand ist zu lesen "Für Kriegshilfe ihrer Bürger und Frauen".

1. Januar: Die AEG-Stadtbahn (drei Linien) und die Städtische Straßenbahn Halle (sechs Linien) werden zusammengelegt.

6. Januar: Der Mathematiker Georg Cantor (1845-1918) stirbt nach Armut und Mangelernährung während des Weltkrieges und einem einjährigen Aufenthalt in einem halleschen Sanatorium.

19. November: Ein Bezirksarbeiter- und Soldatenrat bildet sich mit den Kommissaren Bernhard Düwell und Conrad Müller.

Herber Verlust für Halles Alpenverein: In den letzten Kriegstagen brennt nach dem Abzug der österreichischen Gebirgstruppen die erste hallesche Hütte ab, die 1897 am Eispass in 3133 Metern über dem Meerespiegel eröffnet worden war.

Der VfL Halle 96 wird erneut Meister des Saalegaus.

1919

Luckner kommt aus der Kriegsgefangenschaft nach Halle an der Saale und hält fortan Vorträge über seine Reisen. Den ersten Vortrag absolviert er in der Saalschlossbrauerei.

militärische Gliederungen nach Mobilmachung
der 8. Infantrie-Division 1914 in Halle

15. Infanterie-Brigade in Halle an der Saale
Füsilier-Regiment "General-Feldmarschall Graf Blumenthal" (Magdeburgisches) Nr. 36 in Halle an der Saale und Bernburg
Anhaltisches Infanterie-Regiment Nr. 93 in Dessau und Zerbst
Magdeburgisches Jäger-Bataillon Nr. 4

8. Feldartillerie-Brigade in Halle an der Saale
Torgauer Feldartillerie-Regiment Nr. 74 in Torgau und Wittenberg
Mansfelder Feldartillerie-Regiment Nr. 75 in Halle an der Saale
2. und 3. Kompanie/Magdeburgisches Pionier-Bataillon Nr. 4

weitere Militäreinheiten
Fliegerersatz-Abteilung 14 (FEA 14) Halle an der Saale, aufgestellt am 30.01.1917 (Raimund Arnold, Rudolf Dyckerhoff, Hans Fritzsche, Karl Kaulertz, Axel Freiherr von Maltzahn, Walter Mattern, Paul Oldehaver, Werner Peckmann, Alwin Plettner, Kunibert Seidel, Emil Thierron, Hans Vorster, Paul Wendelmuth)

Rüstungsbetriebe

Adolf-Mürmann Metallindustrie
Alfred Lutze Maschinenfabrik
A.L.G. Dehne Maschinenfabrik (Metall- und Eisengießerei)
Alwin Taatz Maschinenfabrik
Arthur Vondran Maschinenfabrik
Auto-Schachtschnabel GmbH
Auto-Zentrale Otto Kühn
Berbet Maschinenbau GmbH
Dicker & Werneburg Armaturenfabrik
Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen F. Zimmermann & Co.
Gottfried Lindner AG Waggonfabrik Ammendorf
Hallische Maschinen-Baugesellschaft Kaye & Co.
Hallische Röhrenwerke
Heime & Herzfeld Apparatebauanstalt
Herbst & Co. (Hallesche Teigteil-, Knet- und Mischmaschinenfabrik)
Hermann Wintzer Metallgießerei und Armaturenfabrik
Karl Breitkopf Armaturen-Fabrik und Metallgießerei
Kupferwerk Trotha GmbH
Lange & Geilen Maschinenfabrik
Leuna-Werke (Leuna bei Halle)
Magdeburg & Werther (Eisen- und Stahlgießerei)
Maschinenfabrik Wilhelm Jäger
Wegelin & Hübner Maschinenfabrik und Eisengießerei AG
Weise & Monski Pumpen- und Maschinenfabrik
Weise Söhne Fabrik für Turbinenpumpen

Kriegsteilnehmer
Otto Creutzmann, 1892 in Spickendorf bei Halle geb., Flieger bei der Bomberstaffel 23 sowie den Jagdstaffeln 20 und 43 an der Westfront, gefallen 1943 in der Ukraine
Hans Heckert, Fliegerabteilung 210 (Artillerie), 1890 in Halle geb., 1973 in Halle gestorben
Jakob Vowinkel, 1897 in Linden geboren, ab August 1914 Unteroffizier beim Fliegerhorst Halle (Saale) Bombengeschwader I, Einsätze an der Westfront in Reims und Verdun (1915) und in Artois (1916), im September 1918 über Frankreich abgeschossen, Gefangennahme in Cambre durch Engländer.

Gefallene
Fast 5500 Hallenser ließen im Ersten Weltkrieg ihr Leben an der Front.

Georg Barth, 1899 in Halle geboren, Maschinengewehrkompanie, gefallen am 8. Juni 1918 in La Potiere
Kurt Burgschweiger, 1898 in Halle geboren, Flieger, 1918 in Monteningen gest.
Paul Ernstmann, 1900 in Halle geboren, Beobachter bei Flugzeugführer Richard Halich, gefallen 24. Januar 1918 in La Bassee
Bernhard Fraenken, geb 1896 in Halle, Fähnrich auf der SMS "Prinz Adalbert", 23. November 1915 in der Ostsee vor Libau durch das englische U-Boot E8 versenkt
Otto Freundlieb, 1898 in Halle geboren, Flieger, 16. Oktober 1918 in Pierrepont gest.
Ferdinand Holland, 1884 in Halle geboren, am 7. April 1918 ohne Feindeinwirkung mit dem Luftschiff über der Otrando-Straße (Mittelmeer, Italien) abgestürzt
Werner Kuntze, 1893 in Halle geboren, Fähnrich auf der SMS "Frauenlob", 31. Mai/1.Juni 1916 im Skagerak gefallen

Grabsteine in Halle an der Saale
Stadtgottesacker
Friedhof Trotha
in Büschdorf

Weitere Weltkriegs-Gräber befinden sich unter anderem auf dem Gertraudenfriedhof.

weitere Verluste
Verlustliste

Kriegsgefangenenlager
Von den 80 Offizierslagern befand sich eins in Halle, die so genannte 4. Inspektion.

weitere Links
Antiquariat Cassiodor in Gauting / Fotoalbum eines Frontsoldaten aus Halle

Quellen
www.frontflieger.de
www.denkmalprojekt.org