Hotels

Text: Martin Schramme | letzte Aktualisierung: 19.03.2012

Hotel Rotes Ross (Leipziger Str.)
Das "Rote Ross" ist ein Ort mit Tradition und 300 Jahren Geschichte. Es handelt sich um einen ehemaligen Ausspannhof. Dormero Hotel Rotes Ross

Hotel Goldene Kugel (Riebeckplatz)
Das Hotel Goldene Kugel war die erste Adresse am Riebeckplatz in Halle. Im Laufe des Bestehens des Hauses war auch ein gewisser Herr F.O. Stoye Eigentümer. Im Adressbuch von 1941 sind folgende Eintragungen zu finden: Riebeckplatz 4 Hotel Goldene Kugel, geh. zur Leipziger Str. 57 | Hotel Goldene Kugel, Bes. Frau Neumüller, Leipziger Straße 57. Das Hotel war prächtig ausgestattet und verfügte über eine Glasveranda. Es wurde offenbar in den 1920er Jahren modernisiert und in seiner Gestalt auch äußerlich verändert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus schwer getroffenen und in den 1960er Jahren im Zuge der sozialistischen Umgestaltung des inzwischen in Ernst-Thämann-Platz umbenannten Geländes abgerissen.

Hotel Stadt Hamburg (Gr. Steinstr. 73)
Gebaut wurde das Hotel in den Jahren von 1857 bis 1871.
Einige Prominente nächtigten in dem noblen Haus in Halles Innenstadt. Am 21. November 1909 stieg der Schriftsteller Thomas Mann dort ab. Er reiste aus München an. Er kam für eine Lesung und folgte dabei der Einladung der Literarischen Gesellschaft im Prachtbau der Freimaurerloge Zu den drei Degen gegenüber der Moritzburg (heute: Tschernyschewski-Haus, Nationalakademie Leopoldina). Der General-Anzeiger für Halle und Saalkreis beschrieb Mann als vornehmen Hanseaten. Die Saale-Zeitung fragte sich, wie es ein Autor schafft ohne alle Sensationen doch nie langweilig zu sein. (Quelle: Thomas Mann Chronik)
Um 1928/29 deutlich mehr Zeit am Platze verbrachte der Dichter Joachim Ringelnatz (1884-1935, eigentlich Hans Gustav Bötticher). Deshalb wird er an einer am Haus befestigten Tafel auch ausdrücklich erwähnt.
Beliebt war das Hotel offenbar auch bei der regionalen Wirtschaft. Denn etliche Unternehmen hielten in dem noblen Hause ihre Generalversammlungen ab, so die Ammendorfer Papierfabrik AG, die Braunkohlenwerke Bruckdorf AG Halle (Saale) und die Malzfabrik Könnern (Saale) AG.
Heute studieren Wirtschaftswissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (seit 1952/1955) in dem Gebäude. Bedeutende Nachbarbauten sind das alte Telegrafenamt (jetzt Post und Sitz der HWG) und die Zahnklinik, ehemals Bankhaus Lehmann. In dem Gebäude wurde 1969 der deutschlandweit erste selbstständige Studiengang Wirtschaftsinformatik eingeführt.

Interhotel Stadt Halle
Das Interhotel Stadt Halle wurde Ende in den 1960er Jahren am Thämann-Platz (Riebeckplatz) in Plattenbauweise errichtet und 1966 eröffnet. Das Haus verfügte über 382 Betten. Im Hause gab es auch einen Intershop, wo Westwaren gegen Westgeld oder Forumschecks erhältlich waren. Interhotel war eine 1965 gegründete Hotelkette der DDR. Es handelte sich um Hotels mit gehobenem Standard, die vor allem fü Besucher aus dem westlichen Ausland gedacht waren. Daher standen die Häuser auch unter besonderer Beobachtung der Stasi. 1992 übernahm die Hotelkette Maritim das Hotel aus dem Bestand der 1990 gegründeten Interhotel AG.