Warnstreik vor Haus des Lehrers

Streik vor dem Haus des Lehrers in Halle Saale am 22.02.2012 | Foto: Martin Schramme
Warnstreik vor dem Haus des Lehrers in Halle Saale am 22.02.2012 gegen 12 Uhr | Foto: Martin Schramme

HALLE SAALE (22.03.2012). Sie zogen durch Halles Innenstadt vor das "Haus des Lehrers" am Riebeckplatz in Halle Saale: Bedienste der Stadtverwaltung, Mitarbeiter der Stadtwerke, Kindergärter, Erzieher, Lehrer, Polizisten und weitere Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Sie kamen aus Halle, Leipzig, Wittenberg oder Grimma. Gegen Mittag dann war der Stargast des Tages da - Verdi-Chef Frank Bsirske. Eine Stunde lang ging die Kundgebung, auf der er die Stimmungen und Forderungen der Mitarbeiter aussprach. Mit Fahnen, Transparenten und Pfeifen bekundeten Tausende Menschen unter dem Slogan "Wir sind es wert" ihren Protest gegen mehr als zehn Jahre realen Einkommensverlust, Unterbesetzung, Teilzeitarbeit, zu geringe Wertschätzung und Ungleichbehandlung bei der Geldverteilung. Bei der Besteuerung von Kapitalgewinnen liege Deutschland zwei Prozent unter dem EU-Durchschnitt. Das entspricht im Jahr einer Summe von 54 Milliarden Euro Steuerverlust, so Bsirske. Für die Banken und die Rettung anderer Staaten seien Milliarden da, Ehrensold werde großzügig ausgeteilt, doch jetzt sei endlich der Öffentliche Dienst an der Reihe. So könne es nicht weiter gehen. Mit den Arbeitgebern habe es zwei Verhandlungsrunden gegeben. In der ersten sollten die Gewerkschaften ihre Forderungen zurücknehmen, damit man überhaupt mit ihnen verhandelt. Das ist eine nicht hinnehmbare Demütigung, erklärte Bsirske. So gehe es garnicht. In der zweiten Runde habe es ein Angebot für die nächsten zwei Jahre gegeben, aber kein akzeptables, weil damit nicht einmal die Inflation ausgeglichen würde. Mieten, Lebensmittel, Treibstoffe, die Lebenshaltungskosten generell seien immens gestiegen, ohne dass die Löhne entsprechend angepasst worden.
"Warnstreikwelle rollt" titelte die Gewerkschaft Verdi auf ihrer Internetseite. Gefordert werden bundesweit 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber boten zuletzt 3,3 Prozent verteilt auf zwei Jahre.

Streik vor dem Haus des Lehrers in Halle Saale am 22.02.2012 | Foto: Martin SchrammeStreik vor dem Haus des Lehrers in Halle Saale am 22.02.2012 | Foto: Martin Schramme