Wirtschaft in Halle

letzte Aktualisierung: 14.01.2017

Wirtschaftsgeschichte

Salzstadt: Halle wurde wegen diverser Salzfunde östlich der Saale gegründet, wuchs mit dem Salz zu einer stolzen Stadt und kam während des Mittelalters durch das Salzsieden zu Reichtum. Der Preis dafür war die völlige Abholzung der Wälder in Halles Umland. Die Heide, Halles Stadtwald, ist eigentlich kein (natürlicher) Wald, sondern ein Forst, wo Monokulturen wie die Kiefer überwiegen.

Kohle: Im Zeitalter der Industrialisierung profitierte Halle Saale von der zentralen Lage im Deutschen Reich und den Braunkohlevorkommen im Stadtgebiet und im unmittelbaren Umland. Im nahen Amsdorf wurde gar weltweit einmalige Wachskohle gefunden, die bis heute zu Montanwachs verarbeitet wird (Romonta). Im Raum Löbejün (Norden), Wettin und Rothenburg (Nordwesten) wurde sogar Steinkohle abgebaut.

Kaolin (Porzellanerde): Auch Porzellanerde wurde gefunden. Das Kaolin etwa aus Salzmünde (Westen) ging mehrheitlich an die Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM).

Eisenbahnknoten: Beim Ausbau der Eisenbahn gehörte Halle Saale zu einer der ersten angeschlossenen Städte im Deutschen Kaiserreich. Nicht zuletzt durch das Engagement des halleschen Unternehmers Ludwig Wucherer wurde die Stadt einem bedeutenden Eisenbahnknoten.

Industriestadt: In der Gründerzeit (Ende 19. Jahrhundert) explodierte Halle als Industriestadt. In einem rasanten Tempo entstanden Ziegeleien, Zuckerfabriken, Brauereien und Maschinenbau-Unternehmen (Pumpenwerk, Maschinenfabrik, Waggonbau).

Chemiestadt: Anfang des 20. Jahrhunderts war Halle endgültig zur Industriestadt geworden. Seit dem ersten Weltkrieg entwickelte sich die Stadt an der Saale zur Chemiestadt. Das Chemiewerk Leuna wurde während des Ersten Weltkriegs gegründet zur Giftgasproduktion (war bis 1945 IG Farben) 1936 kam das Chemiewerk Buna in Schkopau hinzu. Für die Rüstungsindustrie wurde vorrangig synthetischer Kautschuk (Buna = Abk. für die Ausgangsstoffe Butadien und Natrium) hergestellt. Im Zweiten Weltkrieg bauten die Nazis in Halle-Ammendorf eine Giftgasanlage (Orgacid). Dabei blieb es bis zum Ende der DDR und der politischen Wende 1989.

Medienstadt: Von der beispiellosen De-Industrialisierung Anfang der 1990er Jahre hat sich Halle bis heute nicht erholt. Jetzt liegen Halles Hoffnungen auf den (jungen) Medien und der altehrwürdigen Universität. Mit dem mdr-Sitz, dem Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) und dem "Studio Halle" an der Spitze sowie dem forward2business-Kongress kann Halle sieben Jahre später als Sachsen-Anhalts Medienstadt gelten. Vor allem die Filmbranche hat zunehmend Gefallen gefunden an Halles historischen Kulissen und der Mischung aus kleinpariser und morbidem Charme. Etliche Fortsetzungen der Krimiserie "Polizeiruf 110" wurden bereits in Halle gedreht. Aufsehen erregte auch der Nachbau der Berliner Mauer Anfang 2009 am Maritim-Hotel Halle für den Kinofilm "Liebe Mauer". mehr

Metropolregion Mitteldeutschland: Die Bemühungen, die Region Halle-Leipzig zum Logistik-Cluster auszubauen, zeigen erste Früchte. DHL und Rossmann sind zwei prominente Ansiedlungsbeispiele. Halle versteht sich als Teil der Metropolregion Mitteldeutschland (ehemals Sachsendreieck) in der zwischen drei und vier Millionen Menschen leben. Allerdings kritisiert Halle die Bezeichnung Sachsendreieck als namentlich auf Sachsen bezogen (Halle liegt in Sachsen-Anhalt) und zieht - wie die Landesregierung in Magdeburg - den Begriff "Mitteldeutschland" vor.

Wirtschaftsförderung der Stadt Halle

Biotechnologie

ACGT ProGenomics AG (Proteintechnologie)
Scil Proteins GmbH (Humanproteine)
Sensobi Sensoren GmbH (Sensoren)

Energiewirtschaft

envia M (Stromversorger)
Energieversorgung Halle (EVH)
MITGAS (Gasversorger)

Strombörse in Leipzig

Industrie

ABB Transformatoren GmbH
Elektro-Technik Halle GmbH
Günter Papenburg (Baukonzern)
KSB AG (ehemals Pumpenwerk)
Poliglas (extrudiertes Polystyrol)
Schüssler Novachem (Salze)
Sonotec (Ultraschallsensorik)

Handel

Kauf-Halle

Kurier- und Versanddienste in Halle

Seit dem Ende der Staatspost und dem Ende des Monopols der Deutschen (Bundes)Post sind die privaten Kurierdienste wie Pilze aus dem Boden geschossen. Auch in Halle bietet sich ein buntes Bild. Die Kuriere transportieren Briefe, Pakete und andere Güter.
Auch Unternehmen, die ohnehin schon irgendetwas zu transportieren haben, haben Kurierdienste als neues Geschäftsfeld in ihr Angebot aufgenommen.

City Brief Kurier
Cyclone
Deutsche Post
DPD
Franz Kurier
GLS
Hermes
MBE (UPS-Partner)
MZZ-Briefdienst
Panda Kurier
Saku
Taxi Kobsch

Lebensmittelbranche

Coca Cola (Getränke)
Georgsenf
Halloren Schokoladenfabrik AG (Süßwaren)
HES - Hallesche Essig- und Senffabrik GmbH
Kathi (Backwaren)
Köhler-Hütte (Imkerei)

Logistik

DHL
Rossmann Landsberg bei Halle
Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e.V.

Materialwirtschaft

ThermHex Waben GmbH

Multimedia-Firmen

Dell in Halle (Call Center)
Digital Images (DVD-Schmiede)
Datenverarbeitungszentrum (DVZ)
Moving Elements (3D-Produktmarketing)
MSO Concept (Top Konzeptioner)
Picture Factory (Visualisierungen)
Projektteam (integrierte Fabrikplanung)
Skrobelin (Internet-Experten)

Verkehr

Aeropark Oppin
Hafen Halle
Interkontinental-Flughafen Leipzig/Halle
TeilAuto (Car-Sharing)

Immobilien- und Wohnungswirtschaft

A1 Immobilien
Hallescher Immobilienservice Köppe
Immohal
Müller-Immobilien

Existenzgründer-Einrichtungen

Designhaus Halle

Wirtschaftsforschungseinrichtungen

Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung
Institut für Wirtschaftsforschung Halle

Innovationspreisträger

Scil Proteins (2011)

sonstige

Ballonfahrten

Unternehmensinitiativen

Verantwortungspartner Mitteldeutschland

Wirtschaft in Sachsen-Anhalt

Investforum Sachsen-Anhalt
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